Kometen
Szenario:
Astronomen haben einen Steinasteroiden von ca. 1,5 Kilometer Durchmesser entdeckt, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Der errechnete Aufschlagspunkt befindet sich in Süddeutschland, etwa in der Mitte des Dreiecks München, Stuttgart und Nürnberg.
Entfernung zu Stuttgart: ca. 100 km
Entfernung zu Nürnberg: ca. 100 km
Entfernung zu München: ca. 130 km
Der Einschlag erzeugt einen Feuerball, der etwa 30 mal größer und 70 mal heller als die Sonne ist. Die Hitzestrahlung hat die Kraft bis in die oben genannten Städte Fell, Gefieder und Haut von Tieren zu versengen sowie Gras und Laub sofort in Brand zu setzen.
Nach etwa 5 Minuten trifft die Druckwelle in diesen Städten ein, die in dieser Entfernung noch etwa Windgeschwindigkeiten von bis zu 600 km/h und einem Überdruck von bis zu 100 Kilopascal (1 Bar) erzeugt. Die Druckwelle bringt in weiten Teilen die entstandenen Brände wieder zum erlöschen, hat aber auf Gebäude eine vernichtende Wirkung.
Folgende Tabelle aus Wikipedia (Kernwaffenexplosion) gibt eine Vorstellung über die Zerstörungskraft der Druckwelle:
Tabelle: psi bzw. kPa und Typische Auswirkungen auf Stadtgebiete
psi 0,2 oder kPa 1,4 - Bruch typischer Fensterscheiben
psi 1 oder kPa 6,9 - Fenster zertrümmert, Verletzungen durch Splitter möglich
psi 3 oder kPa 21 Wohnhäuser (leichte Bauweise) schwer beschädigt oder zerstört, zahlreiche Schwerverletzte, vereinzelte Todesopfer
psi 5 oder kPa 35 Zerstörung der meisten unverstärkten Gebäude, zahlreiche Todesopfer
psi 10 oder kPa 69 Zerstörung oder schwere Beschädigung von Stahlbetonbauten, Tod der meisten Einwohner
psi 20 oder kPa 138 Zerstörung oder schwere Beschädigung auch schwerer Betonbauten, kaum Überlebende (Hypozentrum von Hiroshima: etwa 30 psi
In zweihundert Kilometern Entfernung ist der Feuerball etwa zehnmal so groß und genauso hell wie die Sonne. Die Druckwelle des Einschlags, benötigt etwa zehn Minuten. Sie bringt Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h mit sich und rund ein Drittel aller Bäume zu Fall.
Bis in dreihundert km Entfernung können Bergstürze verursacht werden.
Bis in 500 Kilometern Entfernung sind die durch den Impakt ausgelösten Erdbeben noch deutlich zu spüren (Stufe 4 bis 5 auf der Mercalliskala). Die Druckwelle trifft nach knapp 30 Minuten ein, die Windgeschwindigkeit erreicht mit etwa 50 km/h immerhin noch Stufe sechs auf der Beaufortskala.
Mercalli-Skala:
Stufe, Bezeichnung, Wirkung
IV, mäßig, von vielen bis zu einem Umkreis von 30 km wahrnehmbar, Geschirr und Fensterscheiben klirren, Schlafende können erwachen, normal keine
Schäden an Bauwerken
V, ziemlich stark, hängende Gegenstände pendeln, Türen schlagen, Fensterscheiben können oft zerspringen, Bäume und Masten beginnen zu schwanken, viele
schlafende Menschen erwachen.
VI, stark, leichte Schäden an Gebäuden, feine Risse im Putz, schwere Möbel können sich verschieben
VII, sehr stark, Menschen verlassen ihre Häuser oder geraten in Panik, Risse im Putz, kleine bis mittlere Spalten in Wänden, Mauerwerk und Schornsteinen, Kamine und schwaches Mauerwerk können einstürzen, Gebäude in unzureichender Bauweise werden stark beschädigt
VIII, zerstörend, große Spalten im Mauerwerk, Giebelteile und Dachgesimse stürzen ein, auch sehr stabile Gebäude können beschädigt werden, Felsen können einstürzen, Hänge abrutschen
Entfernungen von 500 km und mehr vom Einschlagsort können somit als sicher betrachtet werden. Ca. ab einer Linie nördlich von Düsseldorf, Dortmund, Braunschweig, Magdeburg, Cottbus ist mit keinen Schäden mehr zu rechnen.
Das deutsche Staatsgebiet südlich der Linie Koblenz, Fulda, Zwickau (300 km Linie) ist hauptsächlich durch die Druckwelle stark betroffen und muss evakuiert werden. Dies betrifft die Großräume Stuttgart, Frankfurt, Würzburg, Nürnberg, München und das Bodenseegebiet.
Außerhalb Deutschlands sind Strassburg, Innsbruck, Salzburg und Pilsen noch innerhalb der Gefahrenzone, in der Alpenregion vor allem wegen möglicher Bergstürze.
Abschätzung der in Deutschland zu evakuierenden Bevölkerung:
Vollständig bzw. größtenteils evakuiert werden müssen:
Bayern 12,5 Mio
Baden-Württemberg: 10,7 Mio
Rheinland-Pfalz: 4 Mio
Saarland 1 Mio
Hessen 6 Mio
Thüringen: 2,2 Mio
Insgesamt etwa 36,4 Mio Personen oder ca. 45% der deutschen Bevölkerung.
Abschätzung der Klimaveränderung:
Der Einschlag führt zu einem Auswurf von 150 Kubikkilometern Gestein, das zum Teil in einer Wolke bis in 30 km Höhe in die Atmosphäre geschleudert wird. Ein Teil das Auswurfs (20 Kubikkilometer?) geht in einem Umkreis von etwa 40 Kilometern nieder und bildet eine Auswurfdecke von ca. 100 Meter Dicke.
Vergleicht man den Auswurf von Gestein mit einem Vulkanausbruch, so kommt als Vergleich aus jüngerer Zeit der Ausbruch des Tambora auf Sumbawa von 1815 in Betracht. Dieser Ausbruch schleuderte ca. 160 Kubikkilometer Gestein in die Atmosphäre.
Die Trübung der Atmosphäre durch den Auswurf eines Vulkans und eines Asteroiden sind jedoch nicht vergleichbar. Vulkane setzen große Mengen an Schwefel frei, der weit wirksamer das Sonnenlicht abschirmt als Asche.
Aber selbst wenn man dies 1:1 vergleichen wollte, so waren die Auswirkungen des Tambora auf das Klima zwar deutlich, aber nicht so katastrophal, dass sie global lebensbedrohend gewesen wären. Der Ausbruch wirkte sich durch einen Rückgang der Durchschnittstemperatur um 2,5 Grad Celsius aus, und es gab in Europa Frost im Juli, weshalb das Jahr 1816 auch das Jahr ohne Sommer genannt wird. Infolgedessen stiegen die Getreidepreise in den nächsten beiden Jahren bis zum Dreifachen an. Im Jahr des Vulkanausbruchs, immerhin fand er bereits im April des Jahres 1815 statt, kam es noch nicht zu solchen Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung, die zu einer Hungersnot geführt hätten. Erst die beiden Folgejahre führten zu einer Verknappung.
Bei einer deutlich gesenkten Durchschnittstemperatur wird es kurzfristig zu einer geringen Schneeschmelze kommen. Im zu Vergleichszwecken herangezogenen Jahr ohne Sommer kam es zu lang anhaltenden Regenfällen und dadurch verursachten Ernteausfällen. Wenn sich die Temperaturen wieder normalisieren wird die Schneeschmelze 2-3 Jahre nach dem Asteroideneinschlag zu weiteren sekundären Naturereignissen führen, vor allem Überschwemmungen.
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